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Förderpreis Medienpädagogik 2006

Förderpreis Medienpädagogik

Preisträger Kategorie 2 (Kinder im Grundschulalter)

Einrichtung: CU-TV&Net Koblenz
Projekttitel: Ein Fall für sich


"Ein Fall für sich" - so lautet der Titel des zweiten Preisträgers in dieser Kategorie - und dieser Film ist wirklich ein Fall für sich: Nicht nur, dass er innerhalb von nur zweieinhalb Tagen im Rahmen eines Workshops der 22. Video/Filmtage in Koblenz entstand; die Produzenten des Films verfügten bis dahin über keinerlei Vorerfahrungen im Erstellen von Filmen. Und lassen Sie es mich vorwegnehmen: Herausgekommen ist ein wirklich sehenswerter Film!

Das Filmprojekt begann mit einem Workshops zu Technik und gestalterischen Möglichkeiten des Mediums Film. Es folgte der Entwurf eines Drehbuchs zum Thema "Detektivgeschichte", das später verfilmt und geschnitten wurde. Dieses Projekt dokumentiert gut nachvollziehbar, dass die Schüler alles was ihnen an theoretischen Wissen vermittelt wurde, sogleich aktiv und eigenständig in die Tat umsetzen konnten. Dazu gehörte: der Umgang mit der Kamera, das Erlernen von Kameraperspektiven und Effekten, der Entwurf eines Drehbuches, die Vorbereitung und Durchführung des Drehs, sowie der abschließende Schnitt.

Der Film handelt von einer älteren Dame, die von ihrem Drogendealer ermordet wird. Ihre kriminellen Enkel wollen ihren Tod rächen und werden dabei von der Polizei verfolgt. Bei einem Schußwechsel wird einer der Enkel erschossen. In diesem Moment taucht der Geist der toten Oma auf und ermöglicht dem anderen die Flucht. Diese blutrünstige mörderische und teilweise auch absurde Geschichte wird durch passende Effekte visuell unterstützt: schnelle Schnitte stützen die zunehmende Rasanz der Handlung, die Musik verdeutlicht
die ansteigende Spannung, gut ausgewählte Toneffekte veranschaulichen die Geschichte und schaffen Nähe zur Realität. Der Film lebt von vielfältigen Kameraperspektiven und Einstellungsgrößen sowie von zahlreichen Effekten, wie bspw. die Auferstehung der Oma. Auch wird die durchaus ernste und teils gewalttätige Handlung durch humoristische, unrealsitische Einlagen und Überspitzungen abgemildert, wie bspw. die Polizisten auf den Boby-Cars.

Durch das Kennenlernen der Tricks, die beim Film eingesetzt werden, wie z.B. Kunstblut oder bestimmte Kameraeinstellungen und Perspektiven, als auch der Effekte, die damit erzielt werden bekamen die Schüler einen Eindruck davon, wie (Film-)Wirklichkeit konstruiert wird. Innerhalb eines kurzen Zeitraums ist ein spannender, abwechslungsreicher und kreativer Film entstanden, der durch unkonventionelle Szenen besticht und durch die wechselnden Perspektiven, Schnitt und Spezialeffekte, den Einsatz von Geräuschen und Musik ein lebendiges Unteraltungserlebnis bietet.