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Förderpreis Medienpädagogik 2006

Förderpreis Medienpädagogik

Preisträger Kategorie 3 (Kinder und Jugendliche
der Orientierungsstufe und der Sekundarstufe I)

Einrichtung: Drais Realschule Karlsruhe
Projekttitel: Ausgeschlossen


In dem Film "Ausgeschlossen", der von der Video-AG der Drais Realschule in Karlsruhe produziert wurde, geht es um den Wahrnehmungsverlust der Grenzen zwischen Realität und Fiktion durch exzessiven
Medienkonsum.

Der Film handelt von einen Jungen, der durch übermäßiges Computerspielen seine privaten und schulischen Beziehungen und Verpflichtungen vernachlässigt. Zwar bemühen sich seine Freunde sehr um ihn, er sucht aber immer neue Ausflüchte und merkt nicht, wie er seinem sozialen Umfeld vor den Kopf stößt. Teilweise lebt er bereits in der virtuellen Welt seines Computer und nimmt die Wirklichkeit kaum mehr war. Als seine Schwester schließlich den sprichwörtlichen Stecker zieht, fällt er in ein schwarzes Loch und ist ganz alleine. Diese Effekte werden auch in der filmischen Umsetzung hervorragend gestaltet. So wechseln einige fiktive Szenen aus der Computerwelt "SIMS" mit Realszenen, wodurch die Verwechslung des Jungen von Realität und Fiktion deutlich wird. Der gesamte Filminhalt ist gut visualisiert, so zum Beispiel der Effekt des schwarzen Lochs am Ende des Films, das die Isolation des Jungen in der fiktiven PC-Welt verdeutlichen soll und mit einer Blue-Box-Technik erzielt wurde.

Die Kinder der Video-AG gehen gekonnt mit der Kamera um, was sich nicht zuletzt in den wechselnde Kameraeinstellungen und -perspektiven zeigt. Die authentischen Dialoge und Darstellungen sind an die Lebenswirklichkeit der Kinder angelehnt und schaffen ein hohes Identifikationspotential. Die Jury prämiert dieses Projekt aus vielerlei Gründen. Zum Einen wurde die einjährige Filmproduktion von den Schüler/innen weitgehend eigenständig übernommen. Sie konnten ihr Wissen über Medientechnik und Medienkunde erweitern, haben sich aber auch intensiv mit der Frage nach der Wirkung von Medien auseinandergesetzt. Die Jugendlichen haben erkannt, wie sehr Medien Wirklichkeit konstruieren und dass dabei die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sehr fließend werden können. Auch spielt das Thema Ausgeschlossen-Sein eine wichtige Rolle für Jugendliche und ist Teil ihrer Lebenswirklichkeit.