Preisträger Kategorie 3 (Kinder und Jugendliche
der Orientierungsstufe und der Sekundarstufe I)
Einrichtung: Jugendhaus am Bahnhof, Nürtigen
Projekttitel: Raus aus dem Schatten - Jugendliche schreiben, was sie bewegt
Bei dem Projekt "Raus aus dem Schatten" handelt es sich um eine Medienart, die unter den diesjährigen Preisträgern aus dem Rahmen fällt. "Raus aus dem Schatten" ist ein Buch - ein Printmedium also - welches sich in vielfältiger Art und Weise mit der Annäherung an interkulturelle Unterschiede durch Kommunikation beschäftigt. Als Ergebnis der kreativen Arbeit der Jugendlichen ist ein Werk entstanden, welches sich durch bemerkenswert unterschiedliche Literaturgattungen, wie Prosa, Lyrik und Interviews auszeichnet. Dem Werk wurde zusätzliche Ausdrucksstärke verliehen, indem Fotos des Entstehungsprozesses in das Buch eingebettet wurden.
Neun Jugendliche, unterschiedlicher Herkunft setzten sich im Jugendhaus am Bahnhof in Nürtingen zusammen, um das Projekt "Raus aus dem Schatten" in die Tat umzusetzen. Unter diesen Jugendlichen befanden sich drei Schüler der sogenannten Vorbereitungsklasse. Diese wird von Schülern besucht, die noch nicht lange in Deutschland leben, um ihnen dabei zu helfen, sich in den neuen Lebensraum einzufinden.
Während der Projektphase suchten die jungen Menschen nach einer geeigneten Form, die es ihnen ermöglicht, ihre Lebensgeschichten zu erzählen. Gemeinsam mit sechs engagierten Schülern der Abschlussklasse wurden die wöchentlichen Treffen im Jugendhaus am Bahnhof zu einem lebhaften Austausch: Theaterimprovisationen, Interviews, Photodokumentationen und das Vortragen gemeinsamer Texte und Gedichte füllten die Stunden. Geprägt durch die unterschiedlichsten Herkunftsorte Kasachstan, Rumänien, Türkei, Italien, Kongo und Deutschland brachten die Schüler verschiedene kulturelle Hintergründe mit ein. Das Buch "Raus aus dem Schatten" dokumentiert in ausdrucksvoller Weise diesen Austausch.
Als absolut preiswürdig zeigt sich das vorgestellte Projekt, da es gelungen ist, die Stärken der einzelnen Schüler herauszuarbeiten. Das Ausmaß an Selbstoffenbarung der beteiligten jungen Menschen ist bewundernswert. Dieses Projekt ist als herausragendes Beispiel innerhalb der medienpädagogischen Jugendarbeit zu sehen: die Verbindung von interkultureller und integrativer Arbeit mit einem medienpädagogischen Schwerpunkt gelingt in besonderem Maße und übernimmt somit eine Vorbildfunktion.
Den Jugendlichen ist der Schritt "Raus aus dem Schatten" mithilfe dieses beeindruckenden Werkes in jedem Fall gelungen und wir freuen uns, das Projekt mit dem diesjährigen Förderpreis Medienpädagogik auszeichnen zu dürfen.