Preisträger Kategorie 4 (Jugendliche der Sekundarstufe II)
Einrichtung: Schlossgymnasium Mainz
Projekttitel: Video Arbeitsgemeinschaft
Der Preis für Jugendliche der Sekundarstufe II, also im Alter von 16 bis 19 Jahren, geht an die Video-Arbeitsgruppe des Schlossgymnasiums in Mainz.
Die Arbeitsgemeinschaft besteht seit 1995. Den "harten Kern" bilden etwa ein halbes Dutzend Schülerinnen und Schüler; bei einzelnen Filmprojekten stoßen dann jeweils weitere Jugendliche zur AG hinzu. Dabei geben die festen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen und ihr Können an die neuen weiter. Auch diese Kontinuität soll mit dem Preis gewürdigt werden.
Die Video-AG hat mit ihrer Bewerbung fünf verschiedene Filme eingereicht. Arbeiten aus unterschiedlichen Genres, alle von hoher Qualität. Ein Schulmagazin mit Nachrichten und zwei satirischen Beiträgen gehört dazu und eine künstlerisch ambitionierte Multimedia-Umsetzung von Goethes "Faust"; die sensible Dokumentation eines Schweigemarschs für die Opfer des Nationalsozialismus, ein informativer Bericht über den Schülerlandtag und ein Kurzfilm, der an die Bedeutung intakter Natur erinnert. Die Vielfalt der Formen hat die Jury beeindruckt und dokumentiert die hohen Fähigkeiten dieser Arbeitsgemeinschaft. Alle Filme sind von den Schülerinnen und Schülern in Teamarbeit selbständig entwickelt und realisiert worden.
Einen Wermutstropfen gibt es aber auch, und das ist die Dokumentation. Die ist recht knapp gehalten und berichtet leider nichts von Reflexionsprozessen über die Wirkungsweisen und Rolle von Medien. Der Jury sind diese Projektdokumentationen aber sehr wichtig. Nicht nur, um die medienpädagogische Qualität der Projekte beurteilen zu können; sondern auch, damit andere die Möglichkeit haben, von den Erfahrungen solcher Projekte zu profitieren. Wer sich allerdings die Beiträge dieser AG anschaut, wird schnell feststellen, dass die Schülerinnen und Schüler offenbar sehr intensiv darüber nachgedacht haben, wie das Fernsehen welche Wirkungen erzielt - andernfalls wäre es ihnen gar nicht möglich gewesen, diese unterschiedlichen Beiträge so professionell zu gestalten.
Deshalb vergibt die Jury den Preis in der Kategorie 4 für Jugendliche von 16 bis 19 Jahren an die Video-Arbeitsgemeinschaft des Schlossgymnasiums in Mainz.Im Hörspiel "Der Verfolger aus dem Jenseits" führt eine Erzählstimme durch die Rahmenhandlung und schildert dem Zuhörer alle Vorkommnisse detailgetreu. Dazwischen sind verschiedene Dialoge zu hören, die der blinde Zeitungsverkäufer mit seinen Kunden, dem Altertumsforscher und Hotelangestellten führt. Insgesamt werden die auditiven Möglichkeiten eines Hörspiels sehr gut ausgenutzt: Die Verwendung von Geräuschen, wie beispielsweise näher kommende Schritte bestimmter Personen oder auch das Ausstoßen von Pfeifenrauch, das Bellen der Hunde und der prasselnde Regen verleihen der Geschichte Authentizität und Realitätsnähe. Auch sonst unterstützen die Hintergrundgeräusche die Herstellung von Vorstellungsbildern. So wird die Erzählung von Ägypten durch orientalisch anmutende Flöten unterstützt und die Spannung an wichtigen dramaturgischen Stellen zusätzlich durch passende Hintergrundgeräusche gesteigert.
Alles in allem haben die Mitglieder der Radio-AG hier eine tolle Leistung vollbracht. Durch die Kombination aus Anleitung und selbstständiger Vorgehensweise konnten sie erleben, wie mit Hilfe auditiver Medien bestimmte Stimmungslagen bei Zuhörern erzeugt werden können. Es ist den Schülern wirklich gelungen aus einer Romanvorlage ein spannendes und gruseliges Hörspiel mit treffenden Dialogen und stimmigen Geräuschen zu machen.