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Förderpreis Medienpädagogik 2004

Förderpreis Medienpädagogik

Preisträger Kategorie 3 (Kinder und Jugendliche
der Orientierungsstufe und der Sekundarstufe I)

Einrichtung: Friedrich Hecker Gymnasium Radolfzell
Projekttitel: Hecker News 11


Am Friedrich Hecker Gymnasium Radolfzell gibt es seit 2002 die AG "Hecker Film Studios". Inzwischen arbeiten 12-15 Heranwachsende im Alter von 12-18 Jahren eigenständig an den laufenden Projekten mit. Die "Hecker News" sehen sich als Alternative zum "Schwarzen Brett". Im Stil eines Fernseh-Magazins werden die Neuigkeiten der Schule und des Wohnorts medial aufbereitet. Etwa einmal im Monat produziert die AG eine Sendung.

Bemerkenswert an dieser Film-AG ist die Autonomie der agierenden Schüler und Schülerinnen. Sie haben sich nicht nur eigenständig ? ohne einen begleitenden Lehrer - auf verschiedene Bereich wie 3D-Design, Schnitt, Licht-, Ton-, Kamera- und Aufnahmetechnik, Drehbuch, Moderation spezialisiert, sondern bilden auch Neulinge in Eigenregie aus. Jeder Neuankömmling wird zunächst als ?Trainee? aufgenommen und bekommt einen Mentor zugeteilt, der ihn in der Anfangszeit unterstützt und in die Arbeit einführt.

Die eingereichte Sendung stellt bereits die elfte Ausgabe der sog. ?Hecker-News? dar. Es handelt sich dabei um ein Magazin-Format, das die gängigen Fernsehformate Moderation, Umfragen, Reportagen, Sketche und Kurznachrichten enthält. Diese Formate werden jedoch nicht einfach kopiert, sondern vielmehr kritisch hinterfragt und miteinander kombiniert. So führt die Schülerumfrage zum Thema "Was ist Legasthenie" zu einer witzigen und gut gespielten Persiflage auf die derzeitige Fernsehwerbung zur Legasthenie, in dem die Schüler diesen Werbespot nachahmen und aufzeigen, dass 3 Millionen CD-ROM-Laufwerke in Deutschland nicht richtig lesen und schreiben können. Auch der sog. "Auslandreport" ist eine reine Veralberung ähnlicher Fernsehgenres ebenso wie das am Ende gezeigte "Flo Shopping Europe", das gängige Verkaufssendungen aufs Korn nimmt. Dennoch enthält die Sendung nicht nur Comedy-Anteile, sondern informiert in Einzel- und Co-Moderation über die wichtigsten Neuigkeiten der Schule, integriert Reportagen über kulturelle Ereignisse Vor-Ort und nimmt sich aktueller orts- und zielgruppenspezifischer Fragestellungen an.

Alle Beiträge der Sendung zeugen von enorm hoher Kreativität der Filmgruppe. Die Schüler probieren sich aus, im Hinblick auf Genres, Inhalte und Technik. Sie haben sich selbstständig ein umfangreiches technisches Wissen angeeignet und sind in der Lage, dieses auch anzuwenden. Die Schnitt- und Kameraarbeit und Toneinspielungen sind äußerst gelungen. Insbesondere die Persiflagen auf gängige Fernsehformate wie Werbung oder auch Verkaufssendungen machen deutlich, dass die Schüler/innen eine kritische und reflektierte Sicht im Hinblick aufs Fernsehen einnehmen und die wirklichkeitskonstruierenden Elemente des Mediums voll und ganz durchschaut haben. Kurzum: Das eingereichte Magazin ist bunt, witzig und auch informativ.